News
20.08.2026

Klimaschutz und ausreichender und bezahlbarer Wohnraum gehören zusammen

Die Äußerungen von Vizekanzler Lars Klingbeil und der Vorstoß aus SPD-geführten Bundesministerien rücken Klimaschutz und Klimaanpassung erneut in den Mittelpunkt der politischen Debatte.

Für die Bau- und Baustoffwirtschaft rücken klimagerechte, langlebige und ressourcenschonende Bauweisen weiter in den Fokus.

Klimaschutz, Klimafolgenanpassung und Klimaresilienz müssen mit der Schaffung ausreichenden und bezahlbaren Wohnraums zusammengedacht werden. Hitze und Armut kostet gleichermaßen Menschenleben.

Schutz und Wohnqualität dürfen keine Frage des Einkommens sein

Eine Wohnung muss bezahlbar sein. Sie muss die darin lebenden Menschen vor Hitze, Starkregen und anderen Klimafolgen schützen und dauerhaft sicher nutzbar bleiben. Dasselbe gilt für Schulen, Kitas, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Arbeitsstätten und öffentliche Räume. Schutz und Aufenthaltsqualität dürfen nicht davon abhängen, wo jemand lebt oder welches Einkommen zur Verfügung steht.

Deshalb reicht es nicht, auf akute Hitzeereignisse mit Einzelmaßnahmen zu reagieren. Klimarisiken müssen frühzeitig in Stadtentwicklung, Bauleitplanung, Neubau, Umbau und Sanierung einbezogen werden. Dazu gehören robuste und anpassungsfähige Gebäude, wirksamer sommerlicher Wärmeschutz, Entsiegelung, Stadtgrün, Wasserspeicherung und eine leistungsfähige blau-grüne Infrastruktur.

Der ökologische und klimaresiliente Umbau darf die Kosten des Wohnens nicht weiter in die Höhe treiben oder soziale Unterschiede verschärfen. Bund, Länder und Kommunen brauchen deshalb eine verlässliche und langfristige Finanzierung. Förderprogramme müssen Klimaschutz, Klimaanpassung und Bezahlbarkeit gemeinsam belohnen. Neue Planungsaufgaben wie Klimarisikoanalysen, Anpassungskonzepte, Ökobilanzierung und Materialberatung müssen klar beschrieben und angemessen vergütet werden.